Foto-Stacking mit Helicon

Foto-Stacking (FotoStapelung) wird immer beliebter und einfacher. Mittlerweile kann man ohne großen technischen Aufwand wie etwa Makroschlitten oder manuelle Focussierung, geniale Aufnahmen erstellen.

Sinn eines Stacking ist es, die Schärfe in einem Bild von A wie Anfang bis E wie Ende zu erhalten. Viele haben sich schon einmal gefragt, wie bekommen „die“ die Tiefenschärfe hin? Gerade bei Makroobjektiven ist der Schärfebereich, vor allem bei offenen Blenden, doch recht minimal. An Hand meiner alten, aber innig geliebten und getragenen Uhr möchte ich euch das demonstrieren.
Als Objektiv wurde das Tamron 60mm f/2,0 an einer Canon 600D eingesetzt. Also nichts weltbewegendes. Die Fotos habe ich im Raum bei normalem Tageslicht mit folgenden Einstellungen geschossen:
Belichtung 1/6 sec. bei f/4,5, ISO 100

helicon-2
Hier seht ihr einmal den Anfangspunkt und den Endpunkt von den Makroaufnahmen. Der Schärfebereich ist sehr klein. Auf der anderen Seite können wir uns genau diese geringen Schärfen zu Nutze machen. Fotografieren wir nun in mm-Schriten von Anfang bis Ende das Objekt, legen alle Aufnahmen übereinander  und blenden die jeweiligen unscharfen Bereiche aus, so haben wir ein durchgängig scharfes Bild.

Bei den Aufnahmen habe ich mich schon eines Programmes welches auf PC sowie Android läuft bedient: HELICON Remote. Dort stelle ich die Verbindung zwischen Kamera und PC (Laptop), Smartphone oder tablet via Kabel her und bestimme den Anfangs- und Endpunkt der Belichtungsreihe. Gebe noch die Anzahl der Zwischenschritte ein und kann vorher auch noch per Liveview genau alle anderen Parameter wie ISO, Blende und Belichtungszeit bestimmen! Dann lasse ich die App einfach ablaufen. Die Bilder können dabei entweder auf direkt auf dem Rechner oder der Speicherkarte von der Kamera abgelegt werden. Ok… dritte Möglichkeit auf dem phone oder tab geht auch, macht aber wenig Sinn.

 Hier könnt ihr euch einmal den Ablauf der Bildersequenz anschauen.

So weit so gut. Was mache ich nun mit 28 Aufnahmen die unterschiedlich focussiert sind? Ich kann sie in Photoshop laden. Habe ich gemacht und war mit dem Ergebniss nicht wirklich zufrieden. Selbst in meinem PS CC 2014 bleiben Inseln der Unschärfe stehe. Und wer sich mit Masken in PS auskennt, der weiss wie schwierig 28 Ebenenmasken zu bearbeiten sind. Abgesehen davon ist dafür Photoshop auch gar nicht ausgelegt. Warum dann nicht zu dem Produkt greifen, welches auch schon die Belichtungsreihe gemacht hat? Nein… es kommt kein Werbeblock, sondern schlicht die Feststellung dass HELICON mit dem Focus Stacking eine überzeugende Anwendung bietet, welche kaum Nachbearbeitung verlangt.

Hier kann man fast jedes Bildformat laden und logischerweise auch RAW’s. Verschiedene Modis lassen eine genau auf die Aufnahmen angepasste Überblendung zu. Das erste Bild sieht wahrscheinlich auch bei euch sch… aus. Aber seid mal ehrlich, beim ersten Mal Autofahren… habt ihr auch gleich das Gefühl für die Kupplung gehabt? Wenn man sich damit etwas beschäftigt, erreicht man schnell wirklich akzeptable Ergebnisse. Das Programm ist in Deutsch und auch die Helps.

Das unbearbeitete (!) Endergebnis will ich euch nicht vorenthalten:

Out of cam and software

Out of cam and software

Wer mehr über die Programme von Helicon erfahren möchte, schaut sich auf den deutschen Seiten einfach mal um!

 

 

Welches Seitenverhältnis soll ich beim fotografieren wählen?

Alle DSLR’s bieten in den Menüeinstellungen auch verschiedene Seitenverhältnisse an. Da die Meisten wahrscheinlich mit einem APS-C Sensor in ihrer Kamera zu tun haben oder mit Vollformat, gehen wir einmal von diesen Sensoren aus. Bei Beiden ist das Grundformat annähernd gleich: 3:4 oder 4:3, je nachdem welche Kantenlänge man zu erst nennt. Das ursprüngliche Seitenverhältnis beim Kleinbildfilm ist 2:3.Da die Kamera aber bei der Einstellung 2:3, 16:9 oder 1:1 durch die Software versucht, diese Formate auf dem 3:4 Senor unterzubringen, kann sie logischerweise auch nur die längste Kante als Maß aller Dinge nehmen. Mit einem Kunstgriff belichtet sie also nicht den ganzen Sensor, sondern setzt sogenannte Letterboxen. Das sind die schwarzen Balken, die man teilweise auch vom Fernseher her kennt.

Im Klartext: Es gehen immer Bildinformationen verloren! Deshalb sollte man die Formatauswahl hinterher immer in einem Bildbearbeitungsprogramm vornehmen.